Schrift

Das geistliche Wort


Das Volk Israel - großer Bruder der christlichen Kirche

Die wichtigsten Dinge des Lebens werden einem geschenkt! Auch der Glau-ben an Jesus Christus ist ein Geschenk. Er wurde von Generation zu Generati-on weitergegeben und hat seinen Ursprung im Volk Israel. Deswegen gibt es den "Israelsonntag" (10. Sonntag nach Trinitatis). Aber die wundersame Ge-schichte der Juden und die Dinge in Nah Ost sind so kompliziert, dass es in vielen Ländern heute noch Antisemitismus gibt. Antisemitismus ist Judenhass.

Da erwählt sich Gott vor ca. 3600 Jahren ein „Demonstrationsvolk“, nämlich Israel, um uns sein Ringen und seine Liebe für die Menschheit aufzuzeigen. Hast Du die Geschichten des Alten Testamentes in der Bibel schon mal gele-sen? Ein Geschenk! Diese Geschichten erzählen von Liebe und Hass, von Wahrheit und Lüge, von Vätern und Söhnen, von Reichtum und Hunger. Sie erzählen von Familien-krach, Ehebruch und Wirtschaftskrisen. Wir lesen von militärischen Auslands-einsätzen, Terrorismus, Mord und Totschlag. Die Geschichten handeln von räuberischer Erpressung, Linsengerichten und gutem Wein. Es gibt geniale Architektur, interessante Gesellschaftsordnung, Sklaven, Beamte, Könige und schöne Frauen. Das Volk durchlebt eine Wüstensafari, muss Bergsteigen und Flüsse überqueren. Sie erleben Freude und Gesetzlosigkeit, Hunger und Über-fluss, Krankheit und Erlösung. Von Israel lesen wir. Nicht weil es besser ist als andere Völker, sondern weil sich Gott Israel ausgewählt hat, um uns vor Augen zu malen: Wie Gott ist. So wie Gott um Israel ringt, so ringt er auch um Dich! Ein Geschenk!

Gott hätte sich auch die Römer, Griechen, Ägypter, Phönizier, Babylonier oder Perser aussuchen können, um sich ihnen in besonderer Weise zu offenbaren. Nein, Gott hat sich Israel ausgesucht. Und das haben wir zur Kenntnis zu neh-men. Vielleicht, weil er gerade das Kleine und Unbedeutende mag? Diese Fronarbeiter, diese Steineklopfer, die den Ägyptern die Pyramiden bau-en mussten, dieses kleine, ängstliche Volk, Nachkommen des alten Patriar-chen Jakob und seiner rauen Söhne, führte er wundersam aus Ägypten und schließt mit ihnen am Berg Sinai einen Bund: „Ihr sollt mein Volk sein und ich will euer Gott sein.“ Mehr als einmal erwiesen sich die Bündnispartner Gottes als Versager. Immer wieder, bis zum heutigen Tag, ist Gott von Israel enttäuscht worden und den-noch hat er seinen Narren an diesem Volk gefressen und bleibt ihnen und sei-nem Wort treu. Ein Geschenk.

Nicht alle politischen und militärischen Entscheidungen Israels sind geistliche Ent-scheidungen. Nein, auch Israel macht Fehler und vertraut, wie oft in der Bibel erzählt, mehr ihrer eigenen Kraft und den Waffen, als Gott und seinen Verheißungen. Aber dennoch gilt: Israel ist Gottes auserwähltes Volk. Israel ist ein Geschenk! Sie brauchen unsere Fürbitte und unsere Unterstützung. Sie sind die Wurzeln unseres christlichen Glaubens.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr Pfarrer Hartmut Stief